Es widert mich an!

Die Erfolgsformel des gemeinen Fußballspiels ist denkbar einfach: Mehr Tore schießen als der Gegner.
Dass der Glubb in Freiburg dies nicht anzuwenden wusste, lag in erster Linie an ihm selber. Allen Gegentoren waren eigene Fehler vorausgegangen und wenn nicht der eigene Pfosten eine herausragende Leistung gezeigt hätte, wäre die Niederlage noch deutlicher geworden.
Für Erregung beim Fan sorgt da zudem nicht nur Disput zwischen Verbeek und Streich, auch so manche Entscheidung der Unparteiischen sind schwer und bisweilen überhaupt nicht nachvollziehbar. Der Leser mag es mir nachsehen, dass das Folgende aus der rot-schwarzen Brille geschrieben ist, aber der Autor ist nun mal Anhänger des fränkischen Traditionsvereins und sieht deswegen in erster Linie Spiele desselben an, weswegen sich die folgenden Beispiele auch aus diesen generieren, jedoch auf die gesamte Liga übertragbar sind.

Im Spiel gegen Frankfurt packt also Joselu seinen Ellbogen aus und rammt diesen voller Absicht Petrak ins Gesicht, so dass dieser eine gebrochene Nase und eine Gehirnerschütterung erleidet. Jeder Navy Seal hätte ob des Ergebnisses stehend applaudiert. Und ja, es war Absicht, denn diese Bewegung ist so ziemlich genau das volle Gegenteil einer natürlichen Bewegung. Es ist der pure Zynismus, dass ebendieser Spieler dann noch an drei Toren beteiligt war. Welchen Verlauf das Spiel mit einem Platzverweis genommen hätte, das kann niemand sagen, aber eine 2:5 Niederlage wohl eher nicht.
Eine knappe Woche später erhält Pogatetz eine gelbe Karte für einen Zweikampf, in dem der Arm zwar draußen ist, was aber eher unter normale Zweikampfführung fällt. Dennoch gibt es eine leichte Berührung im Gesicht Ginters. Dieser fällt höchst theatralisch, künstlerisch wertvoll mit drei Rollen und hält sich die Brust, da ja Schmerzen im Gesicht auch direkt und äußerst schmerzhaft in das Brustbein ausstrahlen, wie wir alle wissen. Diese anatomische Besonderheit wurde von Herrn Dr. Drees in die Bewertung des Zweikampfes mit einbezogen und unser österreichischer Nationalspieler mit der Ampel dann des Feldes verwiesen, hat er sich doch den ersten Karton beim Jubeln auf dem Zaun geholt.
Natürlich ist es für die Schiedsrichter schwer, sofort und ohne Wiederholungen eine Entscheidung lediglich aufgrund ihrer eigenen Wahrnehmung zu treffen.
Kritisieren darf man allerdings die Verhältnismäßigkeit zwischen der jeweiligen Tat und Strafe selber, als auch die unterschiedliche Wertung und Bewertung der verschiedenen Aktionen.
Sicher weiß jeder Spieler, dass er weder sein Trikot beim Torjubel ausziehen noch auf den Zaun steigen darf und es mag ja auch schon Spieler gegeben haben, die beides in einer Aktion verbanden, um dann gelb-rot zu sehen.
Aber Himmelherrgott, wer erfindet denn solche Regeln, deren Nichtbeachtung unverhältnismäßig stark bestraft werden? Was ist an einem nackten durchtrainierten Oberkörper oder gemsengleichen Kletterkünsten so schlimm? Welchen unlauteren Einfluss hat dies auf das Ergebnis eines Spiels?
Ich kann und will nicht verstehen, dass es für Joselus Aktion auch keine nachträgliche Sperre gegeben hat. Dass ein Torjubel, der Trotz Erklimmen des Gipfelkreuzes am Zaun des Freiburger Stadions, nicht mehr oder weniger Zeit als jeder beliebig andere Torjubel Zeit gekostet hat mit einer gelben Karte geahndet wird. Dass diese widerlichen und elendigen Schauspieler, die Verwarnungen provozieren, nicht mindestens die Bestrafung erhalten, die diese für ihre Gegenspieler fordern. Ich kann es langsam nicht mehr ertragen, dass Mannschafen bei jeder unliebsamen Entscheidung auf die Schiedsrichter losstürmen, unterstützt von den Besatzungen auf den Bänken, die sich um den vierten Offiziellen kümmern. Es widert mich an!

Ich will, soweit möglich, ehrlichen, sauberen, umkämpften und mitreißenden Fußball sehen, auch emotionsgeladen. Dazu gehört dann aber auch ein passendes, im Verhältnis zur Tat stehendes Sanktionierungssystem.

Der DFB, die Liga und die Vereine reden von Fair Play. Dann tut etwas dafür!

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5 Antworten zu Es widert mich an!

  1. LeXLuther schreibt:

    Was mich viel mehr anwidert:
    http://www.nordbayern.de/sport/clubfans-wuste-schlagerei-in-freiburg-1.3549507

    Da steig ich lieber ab, wenn sich dieses Pack im Gegenzug endlich aus der Glubbfamilie verabschiedet.

    • glubberer69 schreibt:

      Richtig. Gewalt hat weder im Stadion noch drum herum etwas zu suchen. Leider werden diese Zeitgenossen auch in der zweiten Liga dabei sein. Die Wahl haben wir nicht.

  2. johannisbear schreibt:

    Hat dies auf johannisbear rebloggt und kommentierte:
    Besser hätte ich’s nicht formulieren können.

  3. Pingback: Glubb-Blog Clubfans bei FCN-Auswärtsfahrten und Groundhopping - SC Freiburg – Glubb 3:2! Schmerzliche Niederlage mit Trainer-Streit!

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